{"id":101,"date":"2017-12-28T14:42:36","date_gmt":"2017-12-28T13:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=101"},"modified":"2017-12-28T14:42:36","modified_gmt":"2017-12-28T13:42:36","slug":"fremdes-und-eigenes-bei-geschlechtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=101","title":{"rendered":"Fremdes und Eigenes bei Geschlechtern"},"content":{"rendered":"<p class=\"EPVText\">Genauso wie bei Kulturen wird auch beim Thema Geschlecht viel zwischen Fremdem und Eigenem unterschieden wobei wieder an Klischees und Vorgaben festgehalten wird, um eine Wir-Identit\u00e4t zu bilden und sich vom anderen abzugrenzen. Schon im Kleinkindalter wird uns beigebracht, wie wir uns unserem Geschlecht entsprechend zu verhalten und zu kleiden haben und auch die Aufgaben und Erwartungen, die an uns gestellt werden, richten sich danach, sodass wir diese anerzogenen Muster aufnehmen, bis wir sie sp\u00e4ter f\u00fcr pers\u00f6nliche Eigenschaften halten. Auch wenn nur geringe biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen, werden sie in Gesellschaft und Konsum stark voneinander getrennt und entgegengesetzt. Judith Butler nennt dies \u201edoing gender\u201c und trennt den kulturell konstruierten \u201agender\u2018 klar vom biologischen \u201asex\u2018 (vgl. ebd., 122).<\/p>\n<p class=\"EPVText\">Frauen mit Hochschulreife k\u00f6nnen frei entscheiden, ob und was sie studieren wollen, scheinbar haben sie also die gleichen Karrierechancen wie M\u00e4nner, doch schaut man sich mal in einer Informatikvorlesung und in einem Seminar in Mode-Textil-Design um, f\u00e4llt schnell auf, dass die Frauenquote sehr ungleich verteilt ist. Das liegt nicht daran, dass weibliche Gehirne von Natur aus weniger f\u00fcr naturwissenschaftliches Denken ausgelegt seien, genauso, wie m\u00e4nnliche Gehirne genauso f\u00e4hig f\u00fcr kreatives Denken sind. Das Defizit entsteht erst dann, wenn ein Kind von Eltern oder Institutionen in Bereiche \u201agedr\u00e4ngt\u2018 wird, die kulturell als zum Geschlecht passend gelten. So werden M\u00e4dchen von Anfang an durch Spiele und Aufgaben an kreative und sorgetragende T\u00e4tigkeiten gew\u00f6hnt und die Erwartungen an sie in naturwissenschaftlichen Bereichen werden nicht so hoch gesetzt, wie an einen Jungen, dem wiederum fr\u00fch naturwissenschaftliche Themen n\u00e4hergebracht werden und bewusst gemacht wird, dass beispielsweise Puppenspiele nicht f\u00fcr ihn geeignet seien, sodass er das weibliche Geschlecht als geeigneter f\u00fcr die Kindererziehung ansieht. Es ist folglich kein Wunder, dass sich diese Geschlechterverteilung bis ins Erwachsenenalter fortsetzt und immer weiter festigt. Jedoch werden diese Gender-Muster teilweise gebrochen und transformiert, wenn sich Menschen im Zuge des \u201eGender Crossing\u201c oder \u201eGender Swapping\u201c (ebd., 122) nicht mehr auf ein Geschlecht samt seinen gesellschaftlich vorgegebenen Klischees festlegen. Zwar bilden diese Vorgaben Normalit\u00e4tsmuster, die uns helfen, uns so zu geben, wie es gesellschaftlich erwartet wird und um nicht unangenehm aufzufallen, doch genauso wie in den zuvor schon behandelten Kontexten verleiten sie dazu, einzuengen und lassen blinde Flecken entstehen. In Alltag und vor allem Werbung entstehen in unseren K\u00f6pfen durch wiederholten, \u00e4hnlichen Input Muster dazu, wie \u201ader Mann\u2018 und \u201adie Frau\u2018 in westlichen Kulturkreisen aussehen und agieren sollen. Diese werden perturbiert, sobald man einem \u201eQueer\u201c (Butler 2005 zit. in ebd., 123) begegnet, dessen \u00c4u\u00dferes sich in keine der beiden Geschlechterschubladen einordnen l\u00e4sst. (vgl. Kolhoff-Kahl 2009, 120-124)<\/p>\n<p class=\"EPVText\">Geschlecht ist also wie Kleidung auch kulturell gepr\u00e4gt und normierend. Wenn man sich dessen bewusst und bereit ist, seine blinden Flecke aufzudecken hat man die M\u00f6glichkeit, \u201eGeschlechtsrollen f\u00fcr sich als eigene zu konstruieren\u201c (Kolhoff-Kahl 2009, 123) und das immer neu, ohne sich wieder in Stereotypen festzufahren. Das soll nicht bedeuten, dass jeder zum Transvestiten werden soll, vielmehr, wie unter Kapitel 4.2.1 beleuchtet, nicht von vornherein verschlossen gegen\u00fcber dem Fremden zu sein, sondern ihm mit Akzeptanz zu begegnen, seine Muster daran zu reflektieren und Zwischenr\u00e4ume f\u00fcr neue M\u00f6glichkeiten und neue Sch\u00f6nheits- bzw. K\u00f6rpermuster zu \u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genauso wie bei Kulturen wird auch beim Thema Geschlecht viel zwischen Fremdem und Eigenem unterschieden wobei wieder an Klischees und Vorgaben festgehalten wird, um eine Wir-Identit\u00e4t zu bilden und sich vom anderen abzugrenzen. Schon im Kleinkindalter wird uns beigebracht, wie wir uns unserem Geschlecht entsprechend zu verhalten und zu kleiden haben und auch die Aufgaben und Erwartungen, die an uns gestellt werden, richten sich danach, sodass wir diese anerzogenen Muster aufnehmen, bis wir sie sp\u00e4ter f\u00fcr pers\u00f6nliche Eigenschaften halten. 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