{"id":120,"date":"2018-01-10T14:10:03","date_gmt":"2018-01-10T13:10:03","guid":{"rendered":"http:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=120"},"modified":"2018-01-10T14:10:03","modified_gmt":"2018-01-10T13:10:03","slug":"transformieren-und-reframen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=120","title":{"rendered":"Transformieren und Reframen"},"content":{"rendered":"<p>Transformieren und Reframen sind k\u00fcnstlerische Strategien, die, \u00e4hnlich wie das Parasitieren und Infizieren, Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben oder sogar gegens\u00e4tzlich scheinen, aus ihren gewohnten Kontexten zu l\u00f6sen, miteinander zu verbinden und so neue, ungewohnte Zusammenh\u00e4nge und Blickwinkel zu erzeugen. Oder nach Watzlawick: \u201eDie [\u2026] Illusion eines allumfassenden, jede andere M\u00f6glichkeit ausschlie\u00dfenden Rahmens wird gesprengt, und es erweist sich damit die \u201aM\u00f6glichkeit des Andersseins\u2018\u201c (2007, 91 zit. in ebd. 155). Wie erfolgreich das Transformieren und Reframen ein Umdenken und das Bildern neuer Muster in Gang bringt, ist nat\u00fcrlich auch hier von Person zu Person unterschiedlich. Man kann jedoch sagen, dass sie am besten dort andocken, \u201ewo im Betrachter der heftigste Widerstand herrscht oder die gr\u00f6\u00dfte Angst, sich auf ungewohnte Umdeutungen einzulassen\u201c (Kolhoff-Kahl 2009, 156), denn dies sind die fest eingeschriebenen Gewohnheitsmuster, die man kaum \u00fcberdenken und \u00e4ndern kann oder will. Doch eine Ver\u00e4nderung der \u00e4sthetischen Wahrnehmung und der festgesetzten Muster kann nur dann geschehen, wenn Altbekanntes in neue Kontexte gesetzt wird. Im Bereich Kunst und Design definiert Ingrid Loschek verschiedene \u201eCrossings\u201c, in denen verschiedene Bedeutungssysteme neu reframiert und transformiert werden. (vgl. Kolhoff-Kahl 2009, 155-157)<\/p>\n<p>Beim \u201eArt crossing\u201c werden die Systeme Kunst und Mode\/Kleidung miteinander vermischt, indem Designer Kunstwerke als Vorlagen f\u00fcr ihre Kleider verwenden oder K\u00fcnstler Stoffe und Kleidung in ihre Werke einflie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>\u201eBorder Crossing\u201c transformiert unterschiedliche Kleidungsarten der Kulturen, um auf die damit verbundenen Hintergr\u00fcnde, wie Moralvorstellungen und Religion, sowie deren Verschiedenheit und Willk\u00fcr aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Beim \u201eEthnic crossing\u201c wird auch mit Kulturen gearbeitet, jedoch mehr auf typisch-traditioneller, als auf religi\u00f6ser Ebene. Dabei geht es nicht nur um Kleidung, sondern um die Dinge, die symbolisch f\u00fcr eine Kultur stehen und f\u00fcr andere exotisch sind.<\/p>\n<p>\u201eFashion crossing\u201c bedient sich gewohnter Mode und transformiert sie, indem sie mit k\u00fcnstlerischen Strategien entfremdet oder mit Kleidungsst\u00fccken aus unterschiedlichen Bereichen oder Epochen neu kombiniert wird.<\/p>\n<p>Im \u201eGender crossing\u201c wird mit Geschlechterstereotypen gespielt und Aufmerksamkeit f\u00fcr gesellschaftlich gemachte Kleidergrenzen von Mann und Frau erzeugt mit dem Ziel, diese Grenzen zu lockern und Kleidung in neuen \u00e4sthetischen Zwischenr\u00e4umen zu denken.<\/p>\n<p>(vgl. Kolhoff-Kahl 2009, 157-160)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transformieren und Reframen sind k\u00fcnstlerische Strategien, die, \u00e4hnlich wie das Parasitieren und Infizieren, Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben oder sogar gegens\u00e4tzlich scheinen, aus ihren gewohnten Kontexten zu l\u00f6sen, miteinander zu verbinden und so neue, ungewohnte Zusammenh\u00e4nge und Blickwinkel zu erzeugen. Oder nach Watzlawick: \u201eDie [\u2026] Illusion eines allumfassenden, jede andere M\u00f6glichkeit ausschlie\u00dfenden Rahmens wird gesprengt, und es erweist sich damit die \u201aM\u00f6glichkeit des Andersseins\u2018\u201c (2007, 91 zit. in ebd. 155). 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