{"id":66,"date":"2017-11-22T18:15:28","date_gmt":"2017-11-22T17:15:28","guid":{"rendered":"http:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=66"},"modified":"2017-11-22T18:15:28","modified_gmt":"2017-11-22T17:15:28","slug":"und-dann-hat-der-lehrer-gesagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musterblog.spdns.de\/?p=66","title":{"rendered":"Und dann hat der Lehrer gesagt&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt, da ich immer mehr dar\u00fcber erfahre, was ein Mensch braucht, um kreativ zu sein und wie man ihn am besten dabei unterst\u00fctzt, muss ich \u00f6fters an den Kunstunterricht damals an meiner Schule denken. Betrachten wir ihn doch einmal neu unter dem Wissen aus dem Seminar\u2026<\/p>\n<p>Auch wenn wir im Kunstunterricht die meiste Zeit mit malen, zeichnen, t\u00f6pfern und sp\u00e4ter in der Oberstufe zudem viel Theorie verbracht haben, fallen mir einige interessante andere Techniken ein, die behandelt wurden: z.B. Weben, Siebdruck, Collagen, oder das Entwerfen von Brettspielen oder Kleidung. Dabei lernten wir neben Wasserfarben und Buntstiften auch den Umgang mit Holz, Linoleum, Kohle und Kreide, Tusche, sowie F\u00e4den und Stoffen. Wir lernten etwas \u00fcber die Kunstepochen, Zeichenstrategien wie Lichtreflexionen und Schatten, und auch Installation und Performance, auch wenn hier alles sehr theoretisch blieb und wir nicht selbst ausprobieren durften, wohl weil es zu zeit- und kostenintensiv gewesen w\u00e4re. Vor allem an Themen wie Abstraktion, Metamorphose oder die Gef\u00fchle durch Kunst auszudr\u00fccken und \u201aneue Wirklichkeiten\u2018 zu schaffen, kann ich mich nicht erinnern, wobei das doch ist, was das k\u00fcnstlerische Handeln ausmacht.<\/p>\n<p>Denke ich an meinen Grundschul-Kunstunterricht, denke ich an Wachsmalstifte und Wasserfarben, mit denen wir mal selbstst\u00e4ndig arbeiten und mal Werke von K\u00fcnstlern wie Hundertwasser und Franz Marc nachmalen sollten. Besonders gut erinnere ich mich an eine Szene, als unsere Mathelehrerin nach der Kunststunde unsere frisch im Klassenzimmer aufgeh\u00e4ngten Werke betrachtete (alles kleine Kopien eines Selbstportraits von B\u00f6ckstiegel), auf ein Bild deutete und sagte:<\/p>\n<p>\u201eDas hier ist aber gut geworden! Das sieht ja aus, wie das Original! Von wem ist das?\u201c \u2013 \u201eVon David\u201c \u2013 \u201eKlasse, David, du hast echt Potential zum K\u00fcnstler!\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es hier um eine Mathelehrerin, doch diese Denkweise, ein Bild sei dann gelungen, wenn es die Vorlage am besten trifft, fand sich ebenso bei meiner Kunstlehrerin in der gymnasialen Oberstufe. S\u00e4tze wie \u201eGuck mal, wie deine Nachbarin das macht, bei ihr gef\u00e4llt mir das schon gut!\u201c oder \u201eJa, das ist schon gut, aber das hier stimmt noch nicht so ganz. Warte, ich zeichne dir mal ein, wie ich das meine\u201c waren keine Seltenheit. Auf diese Weise wurde Sch\u00fclern nicht nur eingeredet, sie seien in diesem Fach untauglich, sie verloren auch die Motivation, es selbst zu versuchen, sodass sie sich absichtlich ungeschickt anstellten, damit die Lehrerin ihnen zu einem \u201aguten\u2018 Ergebnis verhalf, ohne dass sie selbst viel tun mussten und dennoch eine halbwegs gute Note erzielten.<\/p>\n<p>Fazit: Uns wurde zwar ein breites Spektrum an Wissen und Techniken beigebracht, das einige sicher auch zu Kreativit\u00e4t angeregt hat, aber im Gro\u00dfen und Ganzen wurde stark an die immergleichen Grundstrategien festgehalten und uns wenig Freiraum f\u00fcr eigene Interessen und Interpretationen geboten. Es sollte mehr Lehrer geben, wie ich aus der 10. Klasse kenne, die sagen: \u201eIst doch egal, was dabei rauskommt! Sucht euch eine Figur, seht sie genau an, macht die Augen zu und malt ganz nach Gef\u00fchl, was ihr gesehen habt!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt, da ich immer mehr dar\u00fcber erfahre, was ein Mensch braucht, um kreativ zu sein und wie man ihn am besten dabei unterst\u00fctzt, muss ich \u00f6fters an den Kunstunterricht damals an meiner Schule denken. Betrachten wir ihn doch einmal neu unter dem Wissen aus dem Seminar\u2026 Auch wenn wir im Kunstunterricht die meiste Zeit mit malen, zeichnen, t\u00f6pfern und sp\u00e4ter in der Oberstufe zudem viel Theorie verbracht haben, fallen mir einige interessante andere Techniken ein, die behandelt wurden: z.B. 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